Civilization V

Aufbaustrategiespiele sind und bleiben meine absoluten Favoriten unter den Mac-/PC-Spielen. 

Erst kürzlich habe ich den doch sehr guten Strategieklassiker Civilization von Sid Meier entdeckt. Mittlerweile ist schon der 5. Teil der Serie draußen und ich hatte die Ehre diesen testen zu dürfen. 

 

Simplerweise geht es in Civilization V vor allem darum, sein eigenes Land gegen Gegner zu verteidigen und sich selbst immer weiter zu vergrößern. Dafür können strategisch gut geplante Feldzüge vollstreckt werden oder auch durch Diplomatie und verbaler Macht die Kontrolle über ganze Länder übernommen werden. 

 

Das Spiel ist rundenbasiert, es erinnert mich daher stark an die alten Brettspiele die früher mit Familie bei gemütlicher Runde gespielt wurden. In Civilization geht es um das Kontrollieren und Kommandieren der eigenen Truppen, Einheiten oder Siedler sowie Entdecker. In jeder Spielrunde kann der Spieler all seine Truppen jeweils einmal positionieren. Anschließend muss die Runde manuell beendet werden (kein Zeitdruck vorhanden). Dann ist der Gegner dran. Wer seine Einheiten somit zu nahe an feindliches Territorium positioniert, riskiert einen markanten Angriff der gegnerischen Stadt und zieht großen Schaden davon. Wichtig ist also, seine Züge genau zu planen; und genau dann kommt die Schwierigkeit ins Spiel. 

 

Wer nun denkt, jedes Land wäre ein Feind, der hat sich getäuscht, denn wer keine Handels- und Diplomatiebündnisse pflegt, hat das Spiel gleich verloren. Durch Goldgeschenke an freundlich gesinnte Nachbarstädte verstärkt sich das Bündnis. Es schneien immer mehr Aufträge hinein, in denen man meist um Hilfe gebeten wird, auch schenken euch eure Alliierten des öfteren neue kostenlose Truppen, die ihr für eure Verteidigung oder auch für Feldzüge verwenden könnt, je nachdem ob ihr eher ein friedlicher oder aggressiver Herrscher seid. 

Im Spielstart-Bildschirm gibt es die Wahl zwischen vielen verschiedenen Ländern. Unter anderem ist auch Frankreich und Deutschland vertreten. Die Herrscher dieser einzelnen Länder sind dabei nicht frei erfunden, sondern orientieren sich an die tatsächliche Geschichte jedes individuellen Landes. Wer mit Deutschland ins Spiel startet zieht daher mit Bismarck seine Runden, und als Franzose hat man die Ehre in Napoleon’s Fußstapfen treten zu dürfen. Jedes Land hat dabei seine Stärken und Schwächen. Die Wahl sollte daher nicht willkürlich getroffen werden. Jede Nation hat dabei seinen ganz eigenen Steckbrief mit den Stärken, Schwächen und Vorteilen bei der Zivilisierung. Je nach Spielertyp und Vorhaben im Spiel sollte diese Entscheidung also weise getroffen werden. 

 

Nach erfolgreicher Auswahl einer Nation geht es zunächst darum eine Stadt (i.d.R. die Hauptstadt, bspw. Berlin oder Athen) zu gründen. Hierzu wird immer ein Siedler benötigt. Bebaubare Felder werden mit einem Wappen angezeigt. Per Knopfdruck formt sich die Siedlermannschaft in eine Stadt um. Diese ist das Hauptterritorium des ganzen Landes. Ist sie vom Gegner zerstört, verschwindet das komplette Land von der Karte und das Spiel ist verloren. 

Nach dem Errichten einer Stadt geht es zunächst um das Erforschen neuer Technologien und dem Ausbilden neuer Kundschafter, Siedler oder auch Truppen. Was erforscht werden sollte liegt vor allem daran, was der Spieler vor hat zu erreichen. Wer mehr auf Diplomatie setzt, sollte Schiffsbau und schnellere Kolonialisierung erforschen, wer lieber kämpft, sollte stärkere Rüstungen und den damit verbundenen neuen Einheiten/Truppen oder Kriegsschiffe erkunden lassen. 

Sind die ersten wichtigen Schritte vollbracht, geht es um das Erkunden des Landes. Denn zum Start des Spiels ist die gesamte Insel von Wolken umdeckt. Zum Erkunden eignet sich jede verfügbare Einheit. Einheiten bewegt man indem man mit der rechten Maustaste auf eine Einheit klickt und diese per Drag’n’ Drop auf das gewünschte Feld bewegt. Da die Landflächen in festgelegte Flächen eingeteilt sind, sind die Wege somit vorgegeben. Pro Spielrunde darf ein Zug gezogen werden. Auf geraden Flächen können damit gleich mehrere Felder zurückgelegt werden, bei Hügeln erweist sich dies allerdings als schwierig. Bis man einen Wunschort erreicht hat kann also häufig Zeit vergehen. 

Mit jedem Abschluss einer Spielrunde schreiten auch die Jahre voran. 

Nach einer ordentlichen Spielzeit kommt man somit von der Antike mit den erforschbaren Technolgien Landwirtschaft und dieser untergeordneten Entwicklungen Keramik, Tierzucht und Bogenschießen sowie mittels Erforschen von Segeln, Kalender, Schrift, Fallenstellen und der Erfindung des Rades, in die Klassik, anschließend ins Mittelalter, danach in die Renaissance, in das Industriezeitalter, die Modernen und zu guter letzt in die Zukunft.

Mit jedem erfolgreichen Aufstieg verbessern sich die Gebäude und vor allem die Einheiten und Truppen, die zur kriegerischen Übernahme feindlicher Länder notwendig sind. 

Ich befinde mich mittlerweile im Industriezeitalter und habe momentan Infanterieeinheiten und Artillerie-Truppen ausgebildet. Zudem kommen Wassereinheiten wie Transportschiffe und langsame aber schwer bewaffnete Kriegsschiffe. In der Modernen wird es mir erlaubt sein auch Panzer und Flugeinheiten auszubilden. 

 

Doch wie übernimmt man nun erfolgreich ein komplettes Land und verbreitet Furcht und Schrecken auf der ganzen Welt? 

Zunächst einmal ist es wichtig, sich eine doch sehr große Armee, sowohl aus Land-, Meeres- und Lufteinheiten aufzubauen. Denn nur so können feindliche Einheiten eliminiert werden. Die zweite Hauptaufgabe ist es, die feindlichen Städte zu zerstören. Diese sind als Hauptposten eines jeden Territoriums anzusehen, ist sie zerstört, ist auch das damit befindliche Land verloren. Städte sind leider relativ schwer einzunehmen. Das liegt zum einen daran, dass sie starke Mauern haben, womit Angriffe stark gedämpft werden, und zum anderen daran, dass sie starke Abwehrkräfte besitzen. Befindet sich eine Truppe also in der Nähe einer solchen Stadt, wird diese beim nächsten Zug angreifen. Das schadet einer jeden Truppe stark. Wenn sich eine Stadt jedoch nahe am Wasser befindet, ist es empfehlenswert Marine-Einheiten auszubilden, und somit von See aus mit stark bewaffneten Schiffen anzugreifen. Diese richten hohen Schaden an, sind aber gut gepanzert, sodass sie die Gegenangriffe der Stadt überstehen können.

Bei erfolgreicher Übernahme einer feindlichen Festung wird dem Spieler die Entscheidung auferlegt, über die weitere Zukunft der Stadt zu verhandeln. Sie kann entweder zum Verkauf für andere Mitspieler freigegeben werden (das erbringt eine hohe Anzahl Gold, das für die weitere Wirtschaft sehr nützlich ist), selbst verwendet werden (somit gehört das Land Euch, sollte sich die Stadt unmittelbar neben einer Eurer weiteren Städte befinden, wird sie daran angedockt) oder auch komplett zerstört werden. Somit ist neues freies Land wieder verfügbar, und Mitspieler können darauf siedeln. 

Wem die Eroberung einer Stadt dennoch nicht reicht, der kann alle weiteren Städte des Feindes einnehmen und diesen immer weiter zurückdrängen. Sind alle seine Städte eingenommen, ist die komplette Nation vernichtet und verschwindet endgültig von der Weltkarte. 

Leider dauert die Ausbildung starker und guter Soldaten-Truppen lange und greift auch oft tief in den eigenen Geldbeutel. Daher ist es ratsam, sich mit anderen Staaten zu verbünden. Dies erfolgt entweder durch Goldgeschenke oder das Übergeben einer eigenen Einheit. Mit der Zeit häufen sich somit Sympathiepunkte beim Mitspieler an, und früher oder später ist man alliiert. Dies hilft vor allem bei kriegerischen Feldzügen, denn dann hilft der Verbündete beim Kämpfen. Auch erhält man immer wieder eine Einheit vom Verbündeten, die komplett kostenlos zur Verfügung steht und zu Kämpfen eingesetzt werden kann. 

 

Mit der Zeit fragen auch andere Nationen nach sogenannten „Open Borders“. Mit Akzeptieren dieses Vertrages ist es beiden Spielern erlaubt die eigenen Territorien zu durchkreuzen. Ist kein Open Border mit einem Land unterzeichnet, sinkt die Sympathie schlagartig, sollte sich eine Einheit in dessen Territorium befinden. 

Je beliebter und stärker man als Herrscher im Spiel ist, desto mehr Länder fragen Euch nach einem Open Border an. Ist dies nicht der Fall, solltet Ihr selbst auf die Idee kommen. Ein solcher Vertrag erstreckt sich allerdings nur über ein paar Spielrunden. Danach läuft er aus und muss erneuert werden. 

 

Noch ein paar Details zur Technik:

Der Spielbericht basiert auf Verwendung eines Ende 2010 neu gekauften iMac mit der einfachsten Hardware-Ausstattung. Die Grafik ist fabelhaft, und das Spiel läuft sehr flüssig ohne jegliche Ruckler, oder Abstürze.  

 

 

Eine Schlussfolgerung:

Civilization V ist ein sehr anspruchsvolles Spiel mit viel Potential was Langzeitspielspaß bietet. Durch die Aufstiege in neue Zeitalter werden neue Einheiten freigeschaltet, durch Forschungen werden stetig neue Gebäude zum Bau freigeschaltet, was dem Erblühen der eigenen Zivilisation hilft. Die Kriegszüge sind intelligent, machen viel Spaß und erfordern viel Taktik was mich dem Spiel die volle Punktzahl geben lässt. 

Civilization V kostet 55,- für den Mac und etwa 26,- für Windows und ist beim offiziellen deutschen Aspyr-Vertriebspartner, Application Systems Heidelberg (ASH), erhältlich:

http://www.aspyr.de/civilizationv/index.html

 

/ndt