Espresso für den Mac

Im Netz gibt es bereits zahlreiche Seiten die mit einfachen Webbaukasten erstellt wurden. Programmierkenntnisse in den „alten“ Sprachen wie bspw. HTML sind dabei nicht nötig. 

Ich habe an der Schule in meinem Informatikkurs damals HTML gelernt und weiß dieses anzuwenden, viele Seiten hatte ich bereits vorher programmiert. Danach ist mir die Lust vergangen. 

Nun habe ich Espresso für meinen Mac entdeckt. Das Ganze ist eine große Suite für Web-Entwickler. Hier geht es nicht um einfache Webbaukasten, hier wird richtig per Hand programmiert und das in HTML oder einer anderen gewünschten Web-Programmiersprache. Denn Espresso unterstützt diverse Formate wie HTML, XHTML, CSS... 

Das Programm ist in drei Spalten aufgeteilt. Die erste Spalte (ganz links) repräsentiert den Finder, denn in Espresso muss nicht zunächst unendlich lange im Finder nach Dateien gesucht werden, sie sind schon direkt vorhanden und können per Doppelklick bearbeitet werden. Die Software unterstützt auch das direkte Hinzufügen von neuen Dateien und/oder Ordnern die dann beliebig bestückt werden können. 

Im oberen Bereich dieser „Finder-Spalte“ befindet sich der sogenannte Workspace. Hier können .html, .htm und .css per Drag’n’Drop hinzugefügt werden und direkt bearbeitet werden, da sie mit dieser Geste automatisch geöffnet werden. 

Die Zweite Spalte (Mitte) ist der Hauptteil der kompletten Developer-Suite. Hier ist praktisch der Editor präsentiert, indem neue Dateien programmiert, bzw. weiterbearbeitet werden können. 

Das Tolle an Espresso’s Editor (und das bietet NotePad, der Windows-Standard-Editor und diverse weitere nicht), ist die direkte farbige Unterlegung diverser Teile in Befehlen (auch Tags genannt). Der Hauptteil des Befehls ist dabei in hellblau geschrieben, weitere Ausführungen des Befehls in rot, Deklarationen in CSS in grün und einfache Textzeilen in standardmäßigen schwarz. Wer sich jetzt denkt, dass diese Farben nerven, irrt sich. Denn die Farbunterlegungen sind sehr hilfreich und stören beim programmieren keineswegs, im Gegenteil. 

Die dritte Spalte ist der sogenannte Navigator. Die selbstgeschriebenen Tags werden hier mit hellblauen Pfeilen dargestellt. Sinn des ganzen ist nicht nur schönere Optik, sondern auch die Möglichkeit deklarierte Tags im verfassten Programm schneller wiederzufinden. Netterweise braucht der Web-Entwickler nun nicht mehr im Programm selber suchen, sondern kann die Pfeile zur Suche nutzen. Hat man den Tag gefunden, klickt man auf den Pfeil und der entsprechende Teil im Programm wird von Espresso markiert. Der User kann die Stelle dann entsprechend ändern bzw. löschen. 

Im unteren Bereich der dritten Spalte haben wir den „Publish“ und „Snippets“ Bereich. Der Publish Bereich ist zur Übertragung auf einen Server, wie bspw. einen eigenen Webhost. Das ganze funktioniert via FTP, was meiner Beobachtung nach leider nicht ganz so hervorragend funktioniert. Da verwende ich lieber ein eigenständiges FTP Programm, wie beispielsweise „Transmit“, um meine Dateien hochzuladen. 

Der Snippets Bereich stellt fertige Schnipsel für den Browser zum Abruf bereit. Hier sind die „!Doctypes“ vorgefertigt, die mit Klick direkt in den Header Bereich mit eingebunden werden können. Auch kann der User seine eigenen Snippets in die Datenbank eintragen, dazu gehört beispielsweise das HTML-Grundgerüst. Einmal eingetragen, kann es in jeder neuen Datei mit simplen Klick eingefügt werden, lästige Arbeit fällt damit weg. 

Weiterhin schließt Espresso die deklarierten Tags automatisch. Wir beispielsweise der Tag <title> deklariert, muss der User nur ein „</„ tippen, Espresso erweitert den Tag automatisch mit </title>.

 

Ein ganz besonderer Teil an Espresso ist die ‚Preview‘ Funktion. Der User kann sich seine programmierten Zeilen direkt in einem im Programm eingebundenen Browser anschauen. Natürlich lokal. Fehler und weitere Dinge können dann direkt verbessert werden. (Bei der Verwendung vom einfachen Editor in Windows, muss das ganze erst programmiert werden, dann die Speicherung und anschließendes Suchen im „Dokumenten“ Verzeichnis. In Espresso ist das viel leichter und angenehmer gelöst.) 

 

Fazit:

Espresso ist ein sehr guter Editor für Web-Entwickler die mit dem Mac arbeiten. Der eingebaute Finder erspart das lästige Suchen nach Dateien, der Built-In Preview startet mit einem kleinen Klick, der Navigator spürt Befehle auf, die Snippets ersparen Schreibarbeit und der Quick Publish lädt das ganze mehr oder weniger hoch. Und mit dem Tool „CSSEdit“ (welches ich übrigens sehr empfehlen kann...) aus der gleichen Entwicklerschmiede, lassen sich ganze Cascada Style Sheets entwickeln und direkt in eine HTML Datei aus Espresso einbinden. 

Was will man als Web-Entwickler mehr? 

Eine Demo-Version ist auf der Herstellerseite verfügbar, der Kostenpunkt für die Vollversion liegt bei verhältnismäßig günstigen 59,95€. 

App-Seite: http://www.macrabbit.com/espresso/

 

/ndt